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Die Region und ihre Sprachen im Unterricht PDF
RdErl. d. MK v. 7.7.2011 – 21-82101/3-2 – VORIS 22410 – Auszug und kurze Zusammenfassung

Der Runderlass „Die Region und ihre Sprachen im Unterricht“, betont die besondere Bedeutung der Regionalsprache Niederdeutsch und der Minderheitensprache Saterfriesisch für das Land Niedersachsen. Mit geeigneten Maßnahmen im Bereich der Primarstufe und der Sekundarstufe I will der Erlass dazu beitragen, dass diese Sprachen aktiv gefördert werden. Der Erlass zitiert dazu aus dem Niedersächsischen Schulgesetz in dem es im § 2 Abs. 1 Satz 3 u.a. heißt, dass die Schülerinnen und Schüler fähig werden sollen, „ihre Wahrnehmungs- und Empfindungsmöglichkeiten sowie ihre Ausdrucksmöglichkeiten unter Einschluss der bedeutsamen jeweiligen regionalen Ausformung des Niederdeutschen oder des Friesischen zu entfalten“.

 

So sieht der Erlass vor, dass im Rahmen des Deutschunterrichts im Primarbereich und Sekundarbereich I die Sprachbegegnung für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend ist. Für den Primarbereich und den Sekundarbereich I gilt zudem, dass über den Fachunterricht hinaus, Schulen Angebote zum aktiven Sprachgebrauch bzw. zum Spracherwerb im wahlfreien Unterricht (Arbeitsgemeinschaften), in Projekten und im Ganztagsschulbetrieb unterbreiten können (mit Unterstützung außerschulischer Kräfte).

 

Neben der verpflichtenden Sprachbegegnung in der Primarstufe ist vorgesehen,

  • die Förderung, Erweiterung und Vertiefung bereits vorhandener Sprachkenntnisse, die im Elternhaus, in Kindertagesstätten usw. erworben wurden.
  • der Spracherwerb für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die noch über keine Sprachkenntnisse verfügen.
  • dass eine Grundschule in ausgewählten Fächern der Pflichtstundentafel mit Ausnahme der Fächer Deutsch, Mathematik und der Fremdsprachen Unterricht in der Regional- oder der Minderheitensprache erteilen kann. Der Unterricht kann dabei für Schülerinnen und Schülern zweisprachig angeboten oder z.B. nach der Immersionsmethode erteilt werden.

Für den Sekundarbereich I gilt zusätzlich,

  • wenn der Elternwille vorliegt, kann im Wahlpflichtunterricht bzw. in Wahlpflichtfächern (mit Ausnahme der Fremdsprachen) Niederdeutsch oder Saterfriesisch angeboten werden (grundsätzlich integrativ im Fachunterricht durch die jeweiligen Fachlehrkräfte).
  • liegt der Elternwille vor, kann die Schule bei der Klassenbildung auch die unterschiedlichen Sprachvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen.

 

Um die o. a. Möglichkeiten der aktiven Förderung der Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch umsetzen zu können, stellt das Niedersächsische Kultusministerium der Niedersächsischen Landesschulbehörde für die Beratung und Unterstützung ein Stundenkontingent zur Verfügung. Weiterhin können im Einstellungsverfahren von Lehrkräften neben den gewünschten Unterrichtsfächern auch die Zusatzqualifikation „Kenntnisse in niederdeutscher (saterfriesischer) Sprache“ ausgeschrieben werden.

 

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