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Soziales Leben

2008 wurde der Schwerpunkt auf das Thema "Soziales Leben" gelegt. Da die älteren Menschen die größte Gruppe der Niederdeutschsprecher ausmachen, sind beispielsweise die Diskussion um den Einsatz von Niederdeutsch in Krankenhäusern und Pflege-Einrichtungen sehr wichtige Themen.



Schleswiger Appell zur Verwendung der Regionalsprache Niederdeutsch im sozialen Bereich PDF

beschlossen vom Bundesraat för Nedderdüütsch am 27. Juni 2008

 

1. Die Bedeutung des Niederdeutschen im sozialen, therapeutischen, pflegerischen und seelsorgerischen Bereich ist bisher wenig beachtet worden. Die niederdeutsche Sprache ist in diesem Zusammenhang ein Mittel, das die Grundsätze der persönlichen Annahme und der Wertschätzung in den Pflege- und Beratungskonzepten verwirklichen kann, gerade für Menschen, für die Niederdeutsch eine Erstsprache ist.


2. Der Bundesraat för Nedderdüütsch ermuntert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Bereichen, die niederdeutsche Sprache anzuwenden, wo immer es notwendig und möglich ist.

 

3. Der Bundesraat för Nedderdüütsch hält es für dringend erforderlich, dass die derzeitige Rolle und konkrete Verwendung des Niederdeutschen in sozialen, therapeutischen und Pflegeeinrichtungen, Kirchen und Krankenhäusern dokumentiert wird. Damit soll festgestellt werden, wo und inwieweit Niederdeutsch bereits in der Therapie und der Pflege angewandt wird, welche Schritte schon begleitend eingeleitet wurden, auf welche Erfahrungen zurückgegriffen werden kann und ob Mängel beschrieben sind. Eine solche Bestandsaufnahme sollte von den in den Ländern und beim Bund zuständigen Ministerien zusammen mit den Trägern der verschiedenen Einrichtungen durchgeführt werden.

 

4. Der Bundesraat för Nedderdüütsch ersucht die Beteiligten, die Ergebnisse dieser Befragung aufzugreifen, die Ansätze und Erfahrungen zu dokumentieren, weiterzuentwickeln und sie letztlich zu einem Gesamtkonzept für den sozialen, therapeutischen, pflegerischen und seelsorgerischen Bereich zusammenzufassen.

 

5. Der Bundesraat för Nedderdüütsch fordert die Träger auf, das Konzept zur Einbeziehung des Niederdeutschen in die soziale, therapeutische, pflegerische und seelsorgerische Arbeit als festen Bestandteil in die Einstellungspraxis sowie in die Aus-, Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufzunehmen. In einem solchen Rahmen ist es unverzichtbar, dass die Träger die Voraussetzungen dafür schaffen, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Niederdeutsch lernen bzw. ihre Niederdeutschkenntnisse auffrischen oder festigen können.

 



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